n w    w w w w

baner
Sie sind hier:   Startseite
large small default

qualle.jpgMEDUSENALARM Wie man sich schützen kann

Die Medusen, jene unliebsamen Sommergäste an den Küsten des westlichen Mittelmeeres, sind da. Nach der Invasion der blauen, an sich harmlosen Segelquallen, wird nun vermehrt von schmerzhaften Begegnungen mit Feuerquallen berichtet, auch an der Spiaggia d'Oro in Porto Maurizio.

ERSTE HILFE

  • Haushaltsessig und eine Pinzette in die Badetasche packen. Die betroffene Hautpartie wird nach dem schmerzhaften Quallenkontakt damit übergossen. Nach etwa 30 Sekunden sind die Nesselkapseln deaktiviert und man kann den Fangarm gefahrlos mit der Pinzette entfernen.
  • Ist kein Essig zur Hand, kann man die Stelle auch mit trockenem Sand bearbeiten, die Nesselkapseln abschaben und dann die Tentakel abheben.
  • Irene B. bleibt im Fall des Falles so lange im Wasser, bis der Schmerz vorbei ist und sorgt dafür, dass die Haut in den folgenden Tagen nicht mit chloriertem Wasser in Berührung kommt. Baden im Meer beschleunigt den Heilungsprozess und verhindert die Narbenbildung. Diese bewährte Methode wurde ihr von einem italienischen Arzt empfohlen.
  • In der Farmacia Polaramin besorgen, oder von daheim Fenistil mitbringen. Eine befreundete deutsche Apothekerin plädiert für schwerere Kortison-Geschütze

Pelagia noctiluca, wie die Feurer- oder Leuchtqualle wissenschaftlich heißt, ist die am Häufigsten im Mittelmeer anzutreffende Art. Sie kann mit ihren Nesselkapseln die menschliche Haut durchdringen. Ihren Namenszusatz noctiluca - „die Nachtleuchtende" - verdankt sie einem schwachen, nächtlichen Leuchten, das bei Erschütterung der Qualle sichtbar wird.

Das Nesselgift der Feuerqualle ruft stechende Schmerzen hervor, etwa doppelt so intensiv wie das Gift der Brennnessel und es bilden sich Bläschen, die nach 2-4 Wochen abheilen. In seltenen Fälle kommt es zu allergischen Reaktionen. Wenn nach dem Kontakt mit einer Qualle Kreislaufprobleme, Übelkeit, Erbrechen oder Entzündungen auftreten, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Der mit der allgemeinen Klimaerwärmung einhergehende Anstieg der Wassertemperaturen sowie das reichliche Futterangebot durch die Überdüngung der Meere tragen zum massenhaften Auftreten der Meeresbewohner bei. Natürliche Feinde wie Thunfische oder Schildkröten haben die Nesseltiere kaum noch.

Man wird also mit ihnen leben müssen, den durchscheinenden Wesen, die in ihrem Element so überirdisch schön anzuschauen, an Land aber nur ein Haufen Glibber sind.

stingersiuts1.jpgAm besten ist es natürlich, im Meer die Augen aufhalten und einen weiten Bogen zu machen um alles, was einen durchscheinenden Körper mit rötlicher Zeichnung hat, 12-15 cm lang ist, bei einem Schirmdurchmesser von 5-7 cm, und maximal 1 Meter lange Fangtentakeln hat.

Aber man kann auch anders vorbeugen. In Australien, wo es tödlich giftige Medusen gibt, schützen sich Sportschwimmer und -taucher mit sogenannten Stinger Suits. Diese Ganzkörperschutzanzüge sind seit Kurzen auch in Europa erhältlich. Vielleicht nicht jedermanns Vorstellung von Badegenuss, aber irgendwie sexy.